Mittwoch, 8. Dezember 2010

Karibikstrand

Am Donnerstag Abend noch in Liberia in der Uni gesessen und eine Klausur geschrieben und am Freitag lagen wir schon auf einer verlassenen Insel in der Karibik unterm Sternenhimmel. Aber ich fang besser mal von vorne an...Nachdem also Donnerstag das letzte Examen hinter sich gebracht wurde (höchst wahrscheinlich leider durchgefallen, aber da wir den Kurs nicht brauchen, ist das nicht so schlimm, auch wenn es ein bisschen am Stolz kratzt), ging es kurz nach Hause, Sachen packen und gleich weiter zur Semesterabschlussparty, auf der der Stress der letzten Wochen recht erfolgreich vergessen und in reichlich Alkohol ertränkt wurde. Unser Plan den Bus um 3 Uhr nachts nach San José zu nehmen ging daher leider auch nicht ganz auf. Zwar waren wir pünktlich um 3 am Busbahnhof, aber da man vor allem den beiden Jungs wohl den übermäßigen Alkoholkonsum angesehen hat, haben sie sich geweigert uns mitzunehmen. Also haben wir noch 1 1/2 Stunden auf den nächsten Bus gewartet und vom Rest der 8 stündigen Fahrt habe ich Dank meines ebenfalls leicht angeheiterten Zustands nicht viel mitbekommen.
Der erste Stop unseres Trips war dann die Canopy-Anlage, in der die beiden Jungs arbeiten. Als die beiden angkündigt haben, dass sie gerne ein paar deutsche Freundinnen vorbei bringen würden, hat der Chef den Laden kurzerhand dicht gemacht, da an dem Tag eh nicht viel los gewesen wäre. Also hatten wir die ganze Anlage für uns alleine und Canopy for free... es kommt hier halt immer drauf an, wen man so kennt. Danach ging es weiter in ein Viertel von Limón, der größten Hafenstadt an der Karibikküste, in das wir uns alleine nie getraut hätten. Aber wir waren ja nicht alleine ;-). Von da aus ging es mit einem Boot rüber auf eine kleine einsame Insel, ohne Elektrizität, ohne fließend Wasser und nur einem kleinen Häuschen. Die Nacht war zwar eher ungemütlich, wir mussten uns zwischen Kakerlaken im Häuschen und dem Erfrierungstod (es waren bestimmt nur 20 Grad!) draußen am Anleger entscheiden, aber auf jeden Fall mal was anderes. Und die Erkundung der kleinen Insel am nächsten Morgen hat die ungemütliche Nacht, zumindest für mich, wieder wet gemacht.Anschließend bekamen wir noch eine kleine Stadtführung durch Limón. Allerdings muss ich gestehen, dass das die dreckigste Stadt ist, die ich je gesehen hab! Bevor es den Panamákanal gab, war Limón wohl die bedeutendste Stadt Costa Ricas, da es die einzige Verbindung zum Atlantik für sämtliche Exportgüter war, aber seit es günstiger ist Bananen durch den Panamákanal zu schiffen, als durchs ganze Land zu fahren, hat die Stadt ihren damaligen Glanz verloren. Daher sind wir dann auch ganz schnell weiter gen Süden nach Cahuita und Puerto Viejo gefahren, dem Pura Vida und Kifferparadis Costa Ricas. Und diese Atmosphäre kommt definitiv rüber, wirklich schön, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Leider mussten wir Dienstag schon wieder los, weil es hieß, dass da Notenvergabe ist. Allerdings mussten wir nach 9 stündiger Busfahrt feststellen, dass Profe es leider nicht in die Uni geschafft hat... Argh... aber so läuft das hier halt. Noten gibts dann jetzt hoffentlich am Freitag.
Und wenn das mit den Noten alles gut geht, bin ich dann nächste Woche hoffentlich in Panamá schnorcheln ;-) und genieße meine letzten Tage in der Wärme.

Dienstag, 30. November 2010

Volcán Arenal

Auto gemietet und los nach La Fortuna zum Vulkan Arenal, dem angeblich aktivsten Vulkan Costa Ricas und dem riesiegen Stausee an dessen Fuß, der 3 Dörfer unter sich vergräbt. Wenn man Glück hat, soll man ihn nachts Feuer spucken sehen, aber leider scheint er seit einigen Wochen zu schlafen. Deshalb haben wir uns damit begnügt unter Wasserfällen (naja, ein bisschen weiter flussabwärts, wo man von den herabstürzenden Wassermassen nicht erschalgen wird) zu baden und durch Lavafelder am Fuße des Vulkans zu wandern. Dieser hat sich wegen der tieß hängenden Wolken leider nie ganz gezeigt, aber die mitunter durch kommende Sonne hat ausgereicht um mir einen ziemlichen Sonnenbrand zu verpassen, was dem Tag aber auch keinen Abbruch getan hat.
Das schönste war vielleicht sogar die Autofahrt durch die schöne Landschaft einmal um den Lago Arenal herum, deswegen lass ich einfach mal die Bilder sprechen ;-).
Neben dem schönen Reisen noch ein kleiner Zusatz zur Uni, zu der ich ja leider auch noch gehen muss: am Donnerstag ist meine letzte Klausur und danach geht es an mit ein paar Freuden aus der Uni übers Wochenende nach Limón an die Karibikküste! Das heißt, die letzten (es sind tatsächlich nur noch 3) Wochen werden noch ein bisschen ausgekostet.

Sonntag, 14. November 2010

Arbeit, Arbeit, Arbeit, aber nicht mehr lange!

Das ich das letzte mal richtig übers Wochenende unterwegs war ist jetzt schon ein paar Wochen her, aber im Moment hat gerade das Studium etwas vorrang. Letzten Donnerstag war sie endlich, die Abgabe der schwersten und zeitaufwendigsten Hausarbeit bisher. Wobei wir feststellen mussten, dass wir offensichtlich die einzigen waren, die seit Wochen wie besessen daran gearbeitet haben, während die meisten unserer Komilitonen die 15 - 20 Seiten zwei Tage vorher runter geschrieben haben. Ich muss allerdings zugeben, dass wohl die meiste Zeit daran verloren gegangen ist, sich in diverse Bachelorarbeiten und andere Literatur zum Thema einzulesen, um überhaupt erstmal zu verstehen, was genau von uns verlangt ist. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach zwar suboptimal und in Bremen hätte ich so etwas nie abgegeben, aber angeblich soll es nach der Meinung unserer Komilitonen gar nicht so schlecht geworden sein. Also: 1 Hausarbeit fertig, fehlen nur noch 3, 4 Präsentationen und eine Klausur innerhalb der nächsten 2 Wochen. Aber ich bin relativ optimistisch, dass das noch wird.

Vorgestern ging es als Belohnung und zur Entspannung dann erstmal wieder zum Strand. An einen der Strände des "Four Seasons Resorts" hier. Dementsprechend schön war es natürlich und er Abstieg von ca. 500 Stufen hat sich definitiv gelohnt.

Die Aussicht diese ganzen Stufen wieder hinauf zu steigen war jedoch weit weniger verlockend. Nachdem wir vergebens nach irgendwelchen Booten Ausschau gehalten hatten, die uns vielleicht zum Nachbarstrand mitnehmenm, zu dem man keine hunderte von Stufen hinabsteigen muss, hat uns die Faulheit zu den 5 JetSki's geleitet, die mit 2 Leuten verlassen am Strand rum schwammen.

"Wie viel würde es denn kosten uns nur kurz zum Nachbarstrand in die nächste Bucht mitzunehmen? - Gar nichts, das passt schon." Das mussten wir uns natürlich nicht zwei mal sagen lassen und schon saßen Franzi und ich jeder auf einem JetSki und sausten über das offene Meer. Geniales Gefühl. Und die Dinger haben ja richtig Power. Franzi hat das Grinsen zwei Stunden später noch nicht von ihrem Gesicht gewischt bekommen. Auch wenn es nur ein kurzes Vergnügen war, wenn sich irgendwann nochmal eine preisgünstige Möglichkeit ergibt, muss ich das unbedingt nochmal machen!

Ach, und dieser Golfplatz vom Four Seasons hat mich das Golf spielen etwas schmerzlich vermissen lassen. Aber ich schätze, da zu spielen, würde ich mir eh niemals leisten können.




Gestern war ich dann mit ein paar Leuten aus der Uni bei den Llanos de Cortez, einem wunderschönen kleinen, aber sehr feinen Wasserfall. Nach dem eigentlich immer badewannen-warmen Wasser des Pazifik war das Bad hier im ca. 24° "kalten" Wasser wirklich mal sehr erfrischend. Und wir waren fast völlig alleine da. Wirklich schön.

So, nach diesen beiden entspannten Tagen bin ich jetzt auch wieder einigermaßen motiviert an meinen Arbeiten weiter zu schreiben.

Ach ja, noch ein kurzes Update zu meinen Plänen für Dezember. In der ersten Dezemberwoche werden wir ein paar unserer Komilitonen in Limón, auf der Karibikseite besuchen. Wenn wir schon einmal da sind, nutzen Franzi und ich die Gelegenheit und bleiben noch ein wenig in Puerto Viejo, angeblich dem Karibikort schlechthin, lassen ein wenig die Seele baumeln und fahren dann weiter Richtung Panamá, nach Bocas del Torro. Jetzt also nur noch 2 Wochen die Zähne zusammen beißen, es gibt einen Lichtblick ;-).

Samstag, 30. Oktober 2010

Schrecklicher Tag...

Welch ein schrecklicher Tag. Eigentlich hat er doch so schön sonnig angefangen, doch der Schein trog...
Erst werden Mandy und ich von einem Exhibitionisten belästigt, der mitten auf der Straße die Hose auf machen muss, dann kämpfen die beiden Hunde im Haus wie bekloppt um ihr Essen, was sie sonst NIE machen, und um das ganze noch abzurunden hat Tyson, einer der beiden Hunde, soeben eine Katze getötet. Was kommt das dumme Ding auch in seinen Garten, wo es doch weißt, dass der von einem Wachhund bewacht wird? Der schreckliche Kampf hat keine 10 Minuten gedauert, aber wir (Deyma und ich) konnten auch nicht wirklich was machen, weil die Katze sich richtig in Tyson verbissen hatte und hätten wir versucht sie auseinander zu reißen, hätte sie uns angegriffen... Das arme Ding hatte wirklich keine Chance.
Die Krönung war eigentlich, dass wir sie, sobald Tyson endlich von ihr abgelassen hat, im unbebauten Nachbargrundstück vergraben haben, mitten in der Nacht (naja, 10 Uhr abends) und stockduster. Wenn morgen die Polizei morgen vor der Tür steht, waren es die Nachbarn, die sich fragen, ob wir mit der Mafia unter einer Decke stecken und wen wir um die Ecke gebracht haben.
Jetzt sitzen wir zusammen und trinken Tee um über den Schock zu kommen. Wirklich, welch ein Tag... Ich hoffe, der morgige bringt etwas Besseres!

Freitag, 29. Oktober 2010

Bootstouren und einsame Strände - Studieren in Costa Rica ;-)













Ich muss zugeben, es hat sich auch vorher schon vielversprechend angehört, aber dass es so schön wird, hätte ich nicht gedacht. Wir hatten diese Woche eine Exkursion mit einem der Kurse aus der Uni zu 2 kleinen Gemeinden im Norden. Es gibt Pläne eine riesige Hotelanlange in der Gegend zu bauen, die natürlich eine ganze Menge Touristen bringt, wovon diese Gemeinden profitieren wollen. Unsere Aufgabe war es daher zu schauen, ob das touristische Angebot der beiden Orte auf Dauer nachhaltig und erfolgreich genutzt werden kann. Um dies tun zu können, blieb uns natürlich nichts anderes übrig, als das ganze Programm einmal mitzumachen ;-). Das erste Projekt war ein kleines Fischerdorf, dass Bootstouren mit Whalewatching an einem vollkommen einsamen Küstenstreifen anbieten will. Nun ja, Wale haben wir leider nicht gesehen, aber die Tour war trotzdem toll! Mit Baden und Picknick an einem Strand mit kristallklaren Wasser, der so aussah, als hätte da noch nie ein Mensch einen Fuß drauf gesetzt. Die professionelle Meinung jetzt mal ausgenommen, als Tourist schätze ich das touristische Potenzial definitiv als sehr hoch ein ;-). Allerdings will ich gar nicht, dass da viele Touristen hin kommen, das würde ja den ganzen Zauber wegnehmen...
So ähnlich ging es mir auch im 2. Dorf. Dort wurden wir durch dieses total verschlafene Dorf geführt, einer der Bewohner hat uns voller Stolz seinen kleinen aber wunderschönen Garten mit allerlei heimischen Pflanzen gezeigt, ich hab das erste Mal seit ich hier bin einen Tukan LIVE gesehen. (allerdings hab ich um ehrlich zu sein gedacht, die wären größer..) Und um alles noch perfekt abzuschließen waren wir noch in einem hübschen Flüsschen Baden. Alles in allem ein traumhafter Tag. Ich hab fast schon vergessen, dass ich eigentlich zum studieren da bin und über diesen Ausflug auch noch eine Arbeit schreiben muss...
Gestern war ich übrigens auf einer Halloween Party. Ja, eine Halloween Party am 28.10., 4 Tage VOR Halloween. Die feiern hier sogar Geburtstage Wochen vorher, ganz schräg... Die Party war auf jeden Fall interessant. Vor allem, weil alle, die wir vorher gefragt haben, ob sie hin gehen, mit einem ungläubigen Lachen verneint haben. Und das obwohl sie normalerweise eigentlich für jede Party zu haben sind. Das hat uns ja schon ein bisschen Angst gemacht, aber letztendlich haben sich doch noch 2 der Jungs erbarmt mit uns da hin zu gehen. Letztendlich fand ichs auch gar nicht so schlecht. OK, manche von den Leuten waren schon ein bisschen schräg und die Musik war auch gewöhnungsbedürftig, aber es gab eine ziemlich beeindruckende Feuershow, die mich ziemlich beeindruckt hat. Außerdem kann man ja nicht sagen 'das mag ich nicht', ohne es nicht einmal probiert zu haben. Ich werde also die letzten Wochen, die mir hier noch bleiben, das Pura Vida noch fleißig weiter probieren ;-).

Montag, 27. September 2010

So, nach langer Zeit kommt jetzt wieder mal ein Blog Post. Im Moment bin ich zeitlich ziemlich eingespannt. Die Uni ist, vor allem auch wegen der noch nicht vollständig überwundenen Sprachbarriere, sehr arbeitsintensiv. Wir müssen jede Woche viele Texte lesen und dazu 'resumenes' (Zusammenfassungen) anfertigen, was uns zwar wahnsinnig viel Zeit kostet, aber meiner Meinung nach sehr viel für unser Spanisch bringt. Das Pensum wäre eigentlich auch ganz gut zu meistern, wenn man sich ausschließlich aufs Studieren konzentrieren würde, allerdings sitze ich hier in einem touristisch sehr attraktiven Land und will es mir nicht nehmen lassen dieses ein wenig zu erkunden. Natürlich zu reinen Recherche Zwecken ;). Allerdings heißt das für mich 3 Tage unter der Woche richtig durchpowern, um alles für die Uni zu schaffen, und dann 4 Tage Reisen zu können. Noch ist das ein Spiel auf Messers Schneide und ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte (so viel Reisen ist in der Tat anstrendend :P), weil der Workload ja nicht weniger wird, aber ich habe die letzten Wochen sehr genossen.
Seit dem letzten Post waren wir in verschiedenen Nationalparks, wie Manuel Antonio am Pazifik, der zwar ökologisch sehr schön, mit Touristen allerdings furchtbar überlaufen war. Vorletzte Woche waren wir im Nationalpark Tortuguero, den man lediglich auf einem System natürlicher Kanäle mittels Boot erkunden kann. Dort haben wir außerdem eine Nachtwanderung zum Strand gemacht, um die riesigen Meeresschildköten bei der Eiablage zu beobachten - wirklich beeindruckend!
Heute bin ich von einem Trip zur Südspitze der Peninsula Nicoya wieder gekommen, wo wir hauptsächlich die Mo's Geburtstag und die Ankunft von Alex, Mandys Freund, gefeiert haben. Bisher eines der schönsten Fleckchen Erde, die ich hier gesehen habe! Es hat zwar durchgängig von Freitag bis Sonntag geregnet, aber das hat uns nicht davon abgehalten wirklich viel Spaß zu haben. Das Highlight war definitiv die Quad-Tour über verschlammte Straßen, durch reißende (:-P) Flüsse zu vollkommen einsamen und wunderschönen Stränden. Leider musste ich dabei den Verschliss meines bisher 3. Paars Schuhe beklagen, das ein Wendemanöver im wadentiefen Schlamm leider nicht überlebt hat, aber das war es definitiv wert. Auch die Anfahrt nach Santa Teresa von ca. 10 Stunden mit 3 verschiedenen Bussen und Fähre für eine Strecke, die Luftlinie maximal 200 km beträgt, hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Jetzt heißt es jedoch wieder fleißig lernen, damit ich bis Donnerstag fertig bin. Aber vielleicht brauch ich auch mal ein freies Wochenende zwischendurch, in dem ich mich weiter auf die Uni vorbereiten kann, denn die Präsentationen rücken langsam immer näher....

Mittwoch, 8. September 2010

Nicaragua!

Warum wird Nicaragua, wenn es um die schönen Länder Mittelamerika geht eigentlich so selten erwähnt? Als erstes fallen immer nur die Stichworte Mexiko und Costa Rica. Nicaragua wird meiner Meinung nach völlig unterschätzt. Das Land ist wunderschön und hat verdammt viel zu bieten. Und außerdem ist es VIEL billiger als Costa Rica!
Franzi, Joe und ich sind Freitag morgen mit einem Bus 1 1/2 Stunden zur Grenze gefahren, haben den etwas chaotischen Grenzübergang jedoch recht schnell in unter 2 Stunden gemeistert und sind dann mit dem Bus weiter gen Norden, um zur Isla de Ometepe zu kommen. Diese Insel wird nicht umsonst Fantasialand genannt, sie besteht aus 2 Vulkanen, die durch eine Landzunge miteinander verbunden sind und liegt mitten im größten Süßwassersee der Welt. Wir saßen schon glücklich im Bus in Richtung Hotel, da stelle ich beim Durchblättern des Reiseführers fest, dass wir soeben aus dem einzigen Ort auf der Insel weggefahren sind, in dem es einen Geldautomaten gibt... und wir hatten nicht wirklich viel Geld dabei... Nach ewigem Rechnen und feilschen um den Preis für die geplante Vulkeantour und das Essen (ich hab mich noch nie so schlecht gefühlt... nicht genügend Geld zum Essen zu haben...), kamen wir für die 2 Nächte gerade so mit unserem Geld aus. Davon mal ganz abgesehen war das Hotel wirklich schön, dirket am Fuß des Vulkanes und Mitten im Nirgendwo.
Die Besteigung des eines Vulkans der Insel (1400 Meter) am nächsten Tag hat sich als das heftigste herausgestellt, das ich je gemacht habe!

JA, diesen Blick hatten wir 30 Min. Wandern,
und wir sind bis ganz nach oben!

8 Kilometer bis zum Krater, in dem sich ein See gebildet hat, 8 Kilometer, gut 4 Stunden nur klettern und krackseln. Ich hab mir zum Schluss bei jedem schmerzenden Schritt nur noch in Schritten und nicht mehr in Distanzen gedacht: jeder Schritt bringt dich weiter zum Krater... Es ist wirklich erstaunlich, wie viel noch geht, wenn man eigentlich schon gedacht hat, es geht nichts mehr. Oben angekommen haben wir im Kratersee gebaded, aber ich konnte mich nicht wirklich entspannen, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich die 4 Stunden wieder runter überleben sollte. Aber ich habs geschafft! Auch wenn ich mich auf dem Rückweg immer wieder fragen
musste, wie ich es überhaupt da rauf geschafft habe. Und das ganze vor allem mit lächerlichen 5 Keksen als Proviant (weil wir uns nicht mehr leisten konnten). Allerdings haben wir uns 3 Liter Wasser gegönnt. Das war körperlich glaub ich die grenzwertigste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Aber ich bin stolz auf mich! Unten angekommen waren wir zwar echt tot, aber ziemlich erleichtert.
Das nächste Abenteuer ging gleich am nächsten Morgen weiter, bzw. in der Nacht. Wir wollten den ersten Bus zurück zum Hafen nehmen, der um 5 Uhr fuhr. Als wir uns um 4.15 Uhr auf den Weg zum 2 Kilometer entfernten Dorf machen, aus dem der Bus abfährt, mussten wir feststellen, dass es um diese Uhrzeit noch stockduster ist. Und wir saßen mitten in der Wildnis, mit einem kleinen Holperweg zur nächsten Holperstraße. Naja, Joe hatte Gott sei Dank eine kleine Stirnlampe dabei, in dessen ca. 1 Quadratmeter großem Lichtkegel wir uns langsam auf den Weg gemacht haben. Den Bus haben wir zwar nicht bekommen, konnten aber auf einem vorbeifahrenden Lastwagen bis zum Hafen mitfahren und die erste Fähre wieder ans Festland nehmen.
In Granada angekommen, dem 2. Stop unseres Trips, hatten wir noch genau 4 Cordoba (ca. 20 Cent) in der Tasche. Allerdings hat das Geld auch nur gereicht, weil wir mi dem Busfahrer um den Preis gefeilscht haben. Der erste Gang ging schnurtracks zum nächsten Geldautomaten und ins nächstbeste Hotel, wo wir uns völlig ausgehungert, wie die Tiere übers Frühstück hergemacht haben. Nachdem diese elementärsten Bedürfnisse gestillt waren, konnten wir die wunderschöne Kolonialstadt Granada auch wirklich genießen. Mit dem Vorsatz es uns nach der Hungerei vom Vortag richtig gut gehen zu lassen, waren wir im besten Steakrestaurant Nicaraguas und ich bin beim Essen vor Glück fast vom Stuhl gefallen. Ich weiß nicht, warum alle von argentinischen Steaks reden, wenn dieses nicaraguanische sooooooo gut war!
Der Trip war auf jeden Fall echt toll und wenn ich es schaffe, komme ich auf jeden Fall wieder. Es gibt in Nicaragua noch so viel schönes zu sehen!

(Ich spüre meine Beine übrigens auch 5 Tage später immer noch!)

Sonntag, 29. August 2010

El Rincón de la Vieja - anders, aber schön

Die erste Tour mit Joe, Franzis Freund, der seit Freitag für die nächsten 5 Wochen auch in Costa Rica bleibt, bis sein Semester in Ecuandor anfängt.

Die Tour zum Vulkan Rincón de la Vieja schien eigentlich von Anfang an unter keinem guten Stern zu stehen. Erst können wir nicht hin, weil Franzi sich den Zeh halbwegs bricht, dann gibt es keine öffetnlichen Verkehrsmittel, die da hin fahren. Als dann der nächste Versuch mit Mietwagen dieses Wochenende feststand, hau ich mir den Zeh am Mittwoch blutig. Aber das Ganze hat sich schließlich als nicht allzu schlimm herausgestellt und er hat auch den ganzen Tag in Wanderstiefeln gut überstanden.
Wir waren heute also hoch motiviert den 8 km langen Wanderweg hinauf (und 8 wieder hinunter) zum Krater zu starten und standen wie es für uns Deutsche ja so typisch ist um 5.45 Uhr eine viertel Stunde zu früh vor der Mietwagenfirma um unser 4weeldrive abzuholen. Es ist extrem wichtig früh loszukommen, weil es ab Mittag durch den starken Regen sehr gefährlich werden kann. Als um 6 immer noch keiner der Angestellten da ist, machen wir uns zunächst keine Sorgen, aber unglücklicherweise hat sich das Warten dann auf 1 1/2 Stunden ausgedehnt, weil der Typ mit dem Schlüssel einfach nicht aufegtaucht ist. Letztendlich sind wir dann zur konkurrenz gegangen und schließlich um 9:30 Uhr losgekommen. Der Trip zum Krater fiel dadurch leider ins Wasser, stattdessen haben wir einen 8 km langen Rundweg zu einem Wasserfall, verschiedenen Dampfenden Schlammlöchern und einem Minivulkan auf dem Vulkan gemacht, der wirklich schön war. An einer Stelle waren wir plötzlich in einer Wolke aus hunderten von Schmetterlingen, die offenbar gerade geschlüpft waren. Ich hab noch nie so viel Schmetterlinge auf einmal gesehen! Ansonsten haben wir aber leider nicht viele, bzw. gar keine Tiere gesehen. Das lag aber wahrscheinlich am vielen Regen lag. Es hat zum Schluss so stark geregnet, dass der gesammte Weg ein einziger See war. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so nass gewesen, das war echt heftig. Hat aber trotzdem ungeheuer viel Spaß gemacht.

Als wir vollkommen durchnässt aber glücklich wieder an der Rangerstation angekommen sind, wurden wir von den Rangern, einer von ihnen hat wie wir Turismo Ecológico an der UCR studiert, auf einen Kaffee in ihre kleine Hütte eingeladen. Als auf die Frage, habt ihr ein bisschen Zeit, von uns nicht so recht eine Antwort kam, meinte der eine Ranger nur: OK, dann back' ich schnell nen Kuchen. Und weg war er, Kuchen backen. Sehr lustig! Und verdammt lecker noch dazu! War echt schön und sehr interessant. Da saßen wir also mit den 3 Rangern des Nationalparks, essen Kuchen und trinken Kaffee :). Christian, der auch an der UCR studiert hat, will mit uns eventuell eine Nacht bei Vollmond in den Nationalpark Santa Rosa fahren, um Frösche, Schlangen und andere Nachtaktive Tiere zu beonachten. So was kann man natürlich nur mit einem richtigen Ranger machen, ich hoffe, das klappt!
Der ganze Tag war, wenn auch nicht perfekt, sehr schön und es hat sich definitiv gelohnt trotz all der Hindernisse doch noch zum Rincón zu fahren.

Die nächsten Tage müssen wir uns jetzt wohl stärker auf die Uni konzentrieren. Auch wenn die Dienstag und Mittwoch mal wieder ausfällt, haben wir am Donnerstag die Präsentation einer Hausaufgabe. Eigentlich nichts großes, wenn man die Sprache jedoch noch nicht wirklich beherrscht, ist kostet das schon einige Vorbereitung. Das hält uns allerdings nicht davon ab am Mittwoch mit einigen Komilitonen der Uni an den Strand zu fahren ;)

Dienstag, 17. August 2010

Und wir sind doch im Paradies...

Und zwar wirklich! Wir wussten ja, dass es hier irgendwo sein soll, aber bisher haben noch nicht allzu viel davon gesehen. Hie und da konnten wir zwar einiges erahnen und die Erzählungen haben auch viel erhoffen lassen, aber erst jetzt sind wir wirklich angekommen. COSTA RICA!

Da wir unsere Wandertour zum Vulkan Rincón de la Vieja zunächst verschieben mussten, da Franzi sich den Zeh fast gebrochen hat (beim Fahrradfahren!), sind wir es dieses Wochenende etwas ruhiger angegangen. Deyma ist mit uns zu einem traumhaft schönen, fast vollkommen verlassenen Strand an einer kleinen Peninsula am Golfo der Papagayo gefahren, den man nur über ca. 400 Stufen an einem Steilhang erreichen konnte (ich habe heute, 3 Tage später, noch Muskelkater in den Waden). Aber der Abstieg, und auch der anschließende Aufstieg, haben sich definitiv gelohnt. Die Wellen waren der Wahnsinn: ohne große Strömungen, für Surfer wahrscheinlich nicht so dolle, aber zum Baden perfekt.



Nachdem ich den Sonntag, an dem hier Muttertag war, mit Deyma bei ihrer Familie in Nicoya verbracht hab, waren Franzi und ich am Montag in Tamarindo, DEM Surfspot an der Pazifikküste. Mandy war abends mit ihrer Gastmama zum Tanzen verabredet und ist deshalb nicht dabei gewesen. Nach einer ziemlich spektakulären 2 1/2 stündigen Busfahrt über alle möglichen Dörfer, bei der ca. alle 100 Meter jemand rausgelassen wurde (teilweise auch nach ca. 20 Metern... die Ticos sind so verdammt gehfaul...), haben wir die Haltestelle für Tamarindo auch noch verpasst. Eigentlich dachten wir, es wäre die Endhaltestelle, aber nachdem wir dann die einzigen im Bus waren und uns der Busfahrer etwas belustigt gefragt hat, wo wir eigentlich hin wollen, sind wir von dort einfach an den nächsten Strand gegangen, der 1000 Mal schöner war als Tamarindo. Und der Weg am Strand entlang, runter nach Tamarindo war auch jeden Meter wert, den wir zu weit gefahren sind.



Der absolute Wahnsinn war heute jedoch die Canopy Tour! Wenn ich eine Sache auf jeden Fall in Costa Rica machen wollte, war es das. Und es war genial! Eugenia, Franzi 'flatmate', hat für uns einen ihrer Freunde angerufen, der für so ein Canopy Unternehmen arbeitet und der hat uns heute morgen mitgenommen. Außerdem gab's für uns einen special price, den wir den anderen natürlich nicht auf die Nase binden sollten: statt der üblichen 50-60 Dollar, haben wir lediglich 20 Dollar bezahlt. Ein weiterer beflügelnder Faktor ;) Hier geht echt alles über Beziehungen, jeder kennt hier wen, der irgendwen kennt und alle sind so verdammt hilfsbereit. Wir haben schon zig Telefonnummern von allen möglichen Leuten, die uns bei irgendwelchen Touren heöfen wollen..
Die Conopytour war auf jeden Fall der Hammer, vor allem, wenn man mit dem Kopf nach unten, Füße in die Höhe, von einem Berghang über einen Wasserfall zum nächsten saust ;)


Der einzige Schatten, der über unseren sonst so perfekten Tag geflogen ist, war, dass wir eventuell eine Hausaufgabe zu Donnerstag machen müssen. Verdammt... die Sache mit dem Studium hatten wir irgendwie schon vergessen. Aber irgendwo ist immer ein Haken ;)