Mittwoch, 8. Dezember 2010

Karibikstrand

Am Donnerstag Abend noch in Liberia in der Uni gesessen und eine Klausur geschrieben und am Freitag lagen wir schon auf einer verlassenen Insel in der Karibik unterm Sternenhimmel. Aber ich fang besser mal von vorne an...Nachdem also Donnerstag das letzte Examen hinter sich gebracht wurde (höchst wahrscheinlich leider durchgefallen, aber da wir den Kurs nicht brauchen, ist das nicht so schlimm, auch wenn es ein bisschen am Stolz kratzt), ging es kurz nach Hause, Sachen packen und gleich weiter zur Semesterabschlussparty, auf der der Stress der letzten Wochen recht erfolgreich vergessen und in reichlich Alkohol ertränkt wurde. Unser Plan den Bus um 3 Uhr nachts nach San José zu nehmen ging daher leider auch nicht ganz auf. Zwar waren wir pünktlich um 3 am Busbahnhof, aber da man vor allem den beiden Jungs wohl den übermäßigen Alkoholkonsum angesehen hat, haben sie sich geweigert uns mitzunehmen. Also haben wir noch 1 1/2 Stunden auf den nächsten Bus gewartet und vom Rest der 8 stündigen Fahrt habe ich Dank meines ebenfalls leicht angeheiterten Zustands nicht viel mitbekommen.
Der erste Stop unseres Trips war dann die Canopy-Anlage, in der die beiden Jungs arbeiten. Als die beiden angkündigt haben, dass sie gerne ein paar deutsche Freundinnen vorbei bringen würden, hat der Chef den Laden kurzerhand dicht gemacht, da an dem Tag eh nicht viel los gewesen wäre. Also hatten wir die ganze Anlage für uns alleine und Canopy for free... es kommt hier halt immer drauf an, wen man so kennt. Danach ging es weiter in ein Viertel von Limón, der größten Hafenstadt an der Karibikküste, in das wir uns alleine nie getraut hätten. Aber wir waren ja nicht alleine ;-). Von da aus ging es mit einem Boot rüber auf eine kleine einsame Insel, ohne Elektrizität, ohne fließend Wasser und nur einem kleinen Häuschen. Die Nacht war zwar eher ungemütlich, wir mussten uns zwischen Kakerlaken im Häuschen und dem Erfrierungstod (es waren bestimmt nur 20 Grad!) draußen am Anleger entscheiden, aber auf jeden Fall mal was anderes. Und die Erkundung der kleinen Insel am nächsten Morgen hat die ungemütliche Nacht, zumindest für mich, wieder wet gemacht.Anschließend bekamen wir noch eine kleine Stadtführung durch Limón. Allerdings muss ich gestehen, dass das die dreckigste Stadt ist, die ich je gesehen hab! Bevor es den Panamákanal gab, war Limón wohl die bedeutendste Stadt Costa Ricas, da es die einzige Verbindung zum Atlantik für sämtliche Exportgüter war, aber seit es günstiger ist Bananen durch den Panamákanal zu schiffen, als durchs ganze Land zu fahren, hat die Stadt ihren damaligen Glanz verloren. Daher sind wir dann auch ganz schnell weiter gen Süden nach Cahuita und Puerto Viejo gefahren, dem Pura Vida und Kifferparadis Costa Ricas. Und diese Atmosphäre kommt definitiv rüber, wirklich schön, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Leider mussten wir Dienstag schon wieder los, weil es hieß, dass da Notenvergabe ist. Allerdings mussten wir nach 9 stündiger Busfahrt feststellen, dass Profe es leider nicht in die Uni geschafft hat... Argh... aber so läuft das hier halt. Noten gibts dann jetzt hoffentlich am Freitag.
Und wenn das mit den Noten alles gut geht, bin ich dann nächste Woche hoffentlich in Panamá schnorcheln ;-) und genieße meine letzten Tage in der Wärme.