Montag, 27. September 2010

So, nach langer Zeit kommt jetzt wieder mal ein Blog Post. Im Moment bin ich zeitlich ziemlich eingespannt. Die Uni ist, vor allem auch wegen der noch nicht vollständig überwundenen Sprachbarriere, sehr arbeitsintensiv. Wir müssen jede Woche viele Texte lesen und dazu 'resumenes' (Zusammenfassungen) anfertigen, was uns zwar wahnsinnig viel Zeit kostet, aber meiner Meinung nach sehr viel für unser Spanisch bringt. Das Pensum wäre eigentlich auch ganz gut zu meistern, wenn man sich ausschließlich aufs Studieren konzentrieren würde, allerdings sitze ich hier in einem touristisch sehr attraktiven Land und will es mir nicht nehmen lassen dieses ein wenig zu erkunden. Natürlich zu reinen Recherche Zwecken ;). Allerdings heißt das für mich 3 Tage unter der Woche richtig durchpowern, um alles für die Uni zu schaffen, und dann 4 Tage Reisen zu können. Noch ist das ein Spiel auf Messers Schneide und ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte (so viel Reisen ist in der Tat anstrendend :P), weil der Workload ja nicht weniger wird, aber ich habe die letzten Wochen sehr genossen.
Seit dem letzten Post waren wir in verschiedenen Nationalparks, wie Manuel Antonio am Pazifik, der zwar ökologisch sehr schön, mit Touristen allerdings furchtbar überlaufen war. Vorletzte Woche waren wir im Nationalpark Tortuguero, den man lediglich auf einem System natürlicher Kanäle mittels Boot erkunden kann. Dort haben wir außerdem eine Nachtwanderung zum Strand gemacht, um die riesigen Meeresschildköten bei der Eiablage zu beobachten - wirklich beeindruckend!
Heute bin ich von einem Trip zur Südspitze der Peninsula Nicoya wieder gekommen, wo wir hauptsächlich die Mo's Geburtstag und die Ankunft von Alex, Mandys Freund, gefeiert haben. Bisher eines der schönsten Fleckchen Erde, die ich hier gesehen habe! Es hat zwar durchgängig von Freitag bis Sonntag geregnet, aber das hat uns nicht davon abgehalten wirklich viel Spaß zu haben. Das Highlight war definitiv die Quad-Tour über verschlammte Straßen, durch reißende (:-P) Flüsse zu vollkommen einsamen und wunderschönen Stränden. Leider musste ich dabei den Verschliss meines bisher 3. Paars Schuhe beklagen, das ein Wendemanöver im wadentiefen Schlamm leider nicht überlebt hat, aber das war es definitiv wert. Auch die Anfahrt nach Santa Teresa von ca. 10 Stunden mit 3 verschiedenen Bussen und Fähre für eine Strecke, die Luftlinie maximal 200 km beträgt, hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Jetzt heißt es jedoch wieder fleißig lernen, damit ich bis Donnerstag fertig bin. Aber vielleicht brauch ich auch mal ein freies Wochenende zwischendurch, in dem ich mich weiter auf die Uni vorbereiten kann, denn die Präsentationen rücken langsam immer näher....

Mittwoch, 8. September 2010

Nicaragua!

Warum wird Nicaragua, wenn es um die schönen Länder Mittelamerika geht eigentlich so selten erwähnt? Als erstes fallen immer nur die Stichworte Mexiko und Costa Rica. Nicaragua wird meiner Meinung nach völlig unterschätzt. Das Land ist wunderschön und hat verdammt viel zu bieten. Und außerdem ist es VIEL billiger als Costa Rica!
Franzi, Joe und ich sind Freitag morgen mit einem Bus 1 1/2 Stunden zur Grenze gefahren, haben den etwas chaotischen Grenzübergang jedoch recht schnell in unter 2 Stunden gemeistert und sind dann mit dem Bus weiter gen Norden, um zur Isla de Ometepe zu kommen. Diese Insel wird nicht umsonst Fantasialand genannt, sie besteht aus 2 Vulkanen, die durch eine Landzunge miteinander verbunden sind und liegt mitten im größten Süßwassersee der Welt. Wir saßen schon glücklich im Bus in Richtung Hotel, da stelle ich beim Durchblättern des Reiseführers fest, dass wir soeben aus dem einzigen Ort auf der Insel weggefahren sind, in dem es einen Geldautomaten gibt... und wir hatten nicht wirklich viel Geld dabei... Nach ewigem Rechnen und feilschen um den Preis für die geplante Vulkeantour und das Essen (ich hab mich noch nie so schlecht gefühlt... nicht genügend Geld zum Essen zu haben...), kamen wir für die 2 Nächte gerade so mit unserem Geld aus. Davon mal ganz abgesehen war das Hotel wirklich schön, dirket am Fuß des Vulkanes und Mitten im Nirgendwo.
Die Besteigung des eines Vulkans der Insel (1400 Meter) am nächsten Tag hat sich als das heftigste herausgestellt, das ich je gemacht habe!

JA, diesen Blick hatten wir 30 Min. Wandern,
und wir sind bis ganz nach oben!

8 Kilometer bis zum Krater, in dem sich ein See gebildet hat, 8 Kilometer, gut 4 Stunden nur klettern und krackseln. Ich hab mir zum Schluss bei jedem schmerzenden Schritt nur noch in Schritten und nicht mehr in Distanzen gedacht: jeder Schritt bringt dich weiter zum Krater... Es ist wirklich erstaunlich, wie viel noch geht, wenn man eigentlich schon gedacht hat, es geht nichts mehr. Oben angekommen haben wir im Kratersee gebaded, aber ich konnte mich nicht wirklich entspannen, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich die 4 Stunden wieder runter überleben sollte. Aber ich habs geschafft! Auch wenn ich mich auf dem Rückweg immer wieder fragen
musste, wie ich es überhaupt da rauf geschafft habe. Und das ganze vor allem mit lächerlichen 5 Keksen als Proviant (weil wir uns nicht mehr leisten konnten). Allerdings haben wir uns 3 Liter Wasser gegönnt. Das war körperlich glaub ich die grenzwertigste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Aber ich bin stolz auf mich! Unten angekommen waren wir zwar echt tot, aber ziemlich erleichtert.
Das nächste Abenteuer ging gleich am nächsten Morgen weiter, bzw. in der Nacht. Wir wollten den ersten Bus zurück zum Hafen nehmen, der um 5 Uhr fuhr. Als wir uns um 4.15 Uhr auf den Weg zum 2 Kilometer entfernten Dorf machen, aus dem der Bus abfährt, mussten wir feststellen, dass es um diese Uhrzeit noch stockduster ist. Und wir saßen mitten in der Wildnis, mit einem kleinen Holperweg zur nächsten Holperstraße. Naja, Joe hatte Gott sei Dank eine kleine Stirnlampe dabei, in dessen ca. 1 Quadratmeter großem Lichtkegel wir uns langsam auf den Weg gemacht haben. Den Bus haben wir zwar nicht bekommen, konnten aber auf einem vorbeifahrenden Lastwagen bis zum Hafen mitfahren und die erste Fähre wieder ans Festland nehmen.
In Granada angekommen, dem 2. Stop unseres Trips, hatten wir noch genau 4 Cordoba (ca. 20 Cent) in der Tasche. Allerdings hat das Geld auch nur gereicht, weil wir mi dem Busfahrer um den Preis gefeilscht haben. Der erste Gang ging schnurtracks zum nächsten Geldautomaten und ins nächstbeste Hotel, wo wir uns völlig ausgehungert, wie die Tiere übers Frühstück hergemacht haben. Nachdem diese elementärsten Bedürfnisse gestillt waren, konnten wir die wunderschöne Kolonialstadt Granada auch wirklich genießen. Mit dem Vorsatz es uns nach der Hungerei vom Vortag richtig gut gehen zu lassen, waren wir im besten Steakrestaurant Nicaraguas und ich bin beim Essen vor Glück fast vom Stuhl gefallen. Ich weiß nicht, warum alle von argentinischen Steaks reden, wenn dieses nicaraguanische sooooooo gut war!
Der Trip war auf jeden Fall echt toll und wenn ich es schaffe, komme ich auf jeden Fall wieder. Es gibt in Nicaragua noch so viel schönes zu sehen!

(Ich spüre meine Beine übrigens auch 5 Tage später immer noch!)